Montag, 30. Juli 2012

Mitleid? Nein, danke!

Kennt ihr das? Mitleidige Blicke. Tröstende Worte. Unsichere Stille. 

Schon die ersten zwei Worte eines Gespräches zeigen ob trauriges Mitleid oder positive Freude in dem Gegenüber sprudelt. Doch wenn ich schon dieses traurige Glitzern der Augen, die leicht abgesunkenen Mundwinkel und diese schiefe, unterwürfige Kopfhaltung bemerke, dreht sich bei mir der Magen um. Ich habe gar keine Lust auf Mitleid. Mir geht es gut, ich bin (aktuell) gesund, sprühe vor Lebenslust und möchte deshalb auch von anderen so normal und freudig wie möglich behandelt werden. Ich habe kein Problem mich  mit anderen über meine Krankheit zu unterhalten, berichte gerne, erzähle und diskutiere drüber. Meistens geht das auch wunderbar ohne, dass ich das Gefühl bekomme nur bemitleidet zu werden, aber eben nicht immer. Da gibt es sowohl Ärzte als auch Freunde, die diesen Blick aufsetzen... 
Zum Glück gehen die meisten mittlerweile echt total normal mit mir um. Ich merke aber immer erst wie toll das eigentlich ist, wenn mir mal wieder jemand mit Mitleidsblick begegnet ;) 

Ein bisschen komisch finde ich es ja schon, dass mich das manchmal so stört! Kann das auch gar nicht so richtig erklären! Aber ich verstehe deshalb umso besser, weshalb viele ihre Erkrankung nicht in die weite Welt hinaus tragen wollen - wahrscheinlich, weil man so eben so normal wie jeder andere behandelt wird!

Was auch immer unser Gegenüber macht, wichtig ist doch, dass wir uns selber nicht all zusehr bemitleiden! :)  

Alles Liebe!



1 Kommentar:

  1. Hey Hanna

    Wie gut ich das mit dem Mitleid kenne. Sogar von den Ärzten, von welchen man meinen könnte, sie könnten sich abgrenzen. Aber auch von denen kriegt man Mitleid. Ich hatte mir bzgl. den Ärzten und dem Mitleid einmal Gedanken gemacht und stiess auf eine Antwort. "Ärzte sind Menschen wie wir und können sich mal besser abgrenzen mal schlechter. Und ich denke in unserem Fall: jung und lebensfreudig ist es eben für die meisten Menschen sehr schwer zu hören, dass sie Krebs hatten. Dir ist warscheinlich genau wie mir bewusst, was viele Menschen mit Krebs verbinden und genau das macht betroffen. Und nun komme ich wieder auf die Ärzte zurück. Mitleid ist sicher auch eine Form von Mitgefühl. Obwohl wir dies vielleicht als lästig und störend empfinden, ist es eine Ausdrucksart und sollte uns grundsätzlich zu Gute kommen. Aber wir verbinden oder zumindest ich, verbinde damit, dass ich mich für andere Menschen verantwortlich fühle und ich beauftragt bin sie zu tragen! Doch was wir wollen ist leben: Fröhlich und Glücklich sein.

    Für uns ist unsere überstandene Krankheit "Normalität" geworden. Uns bereitet es nicht Mühe über den Krebs zu sprechen weil wir uns mit dem Schicksal abgefunden und gesiegt haben. Deswegen können wir vielleicht genauso gut über die Krankheit wie ein Hobby sprechen. Ohne Hemmungen ohne Angst etc. zumindest ich.
    Doch ich denke wenn ein Outsider über Krebs spricht, kommen bei ihm viele Emotionen hoch. Unangenehme Emotionen und die will er nicht spüren und wenn derjenige dann erfährt was wir durchmachen mussten, dann wird ihm vielleicht bewusst, was es heisst zu Leben!

    Das ein kleiner Input von mir. Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen oder zumindest zeigen, dass du mit deinen Gefühlen nicht alleine bist.

    Herzlichst Chili

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