Sonntag, 8. Juli 2012

Neues Wohngefühl

Vor meiner Erkrankung habe ich viel gearbeitet, gelernt, gelernt und im Internet recherchiert. Ich kam von der Uni heim und habe mich an den Schreibtisch gesetzt. Da ich nur eine kleine Einzimmerwohnung habe – super Studentenbude – gab es keinen Platz für einen zweiten Tisch, also habe ich auch am Schreibtisch gegessen und über den Computer Fernsehen geschaut… Meine Wohnung war also mehr Arbeits- und Schlafplatz als Erholung und Ruhe. Dabei ist es doch wichtig einen Ort zum Entspannen, zum Relaxen und Abschalten zu haben. Einfach alles um einen rum zu vergessen. Keine Arbeit, keine Lernerei und deshalb keinen Schreibtisch!

Während meiner Chemozeit habe ich viel darüber nachgedacht, was ich ändern möchte in meinem Leben. Ging es euch genauso? Man stellt sich doch häufig die Frage, hat man etwas falsch gemacht? oder kann man etwas besser machen? Und ich denke es ist auch legitim, sofern man in diesen Fragen nicht versinkt, sondern auch ein paar neue Idee in Angriff nimmt und versucht umzusetzen.

Und so habe ich mich nach meinem Reha-Aufenthalt dazu entschlossen meine Wohnung etwas umzukrempeln und sie so wieder zu einem Ort der Entspannung zu machen….

Vielleicht interessiert das ja ein paar von euch :)

-------Wohnung alt----------------------------------------------Wohnung neu-------

(ohne Küche und Badezimmer)

Wohnung alt      Wohnung neu

Ich habe jetzt ein Sofa zum entspannen und zum quatschen mit Freunden, einen Esstisch zum Essen und Zeitungslesen und mein Bett ist vom restlichen Raum abgetrennt, sodass es einen richtigen Ruhepol darstellt. Auf einen Schreibtisch habe ich verzichtet. Gearbeitet wird jetzt nur noch an der Uni oder der Bibliothek. Die Wohnung ist jetzt trotz der geringen Größe richtig gemütlich geworden und so fühle ich mich hier wieder richtig wohl.

Sich daheim wohl zu fühlen ist doch irgendwie auch wichtig, um wieder motiviert auf die Arbeit gehen zu können :)

Entsprechend wünsche ich euch allen eine entspannte, effektive Arbeitswoche!

Alles Liebe,

Hanna klein

Kommentare:

  1. Hallo Hanna,

    ich verteh dich nur zu gut. Natürlich fragt man sich was man falsch gemacht hat, wobei diese Frage wohl niemals irgendjemand beantworten kann. Irgendwie hab ich mich persönlich damit abgefunden, dass das Schicksal zugeschlagen hat und mir damit sagen wollte, mal über mein Leben nachzudenken. Ich habe dann erstmal alles in Frage gestellt auch die Beziehung. Aber nur um zu sortieren, was wichtig ist und was nicht.

    Was ist dabei rausgekommen? Ich bin heute selbstbewusster aber auch egoistischer geworden, lasse mir nicht mehr alles gefallen. Sorge aber heute auch mehr dafür das es mir gut und ich mit dem Tag zufrieden bin. Habe herausgefunden wer mir gut und vor allem auch was mir gut.

    Ich arbeite keine 40 Stunden mehr, um mehr Zeit für mein Kind um am Ende auch für mich zu haben. Nicht mehr ständig unter Strom stehen, von der Arbeit nach Hause hetzten, sonder irgendwie auch mal entspannt in die KITA gehe und den Nachmittag genießen.

    Ich glaube am Ende ist das ein langer Weg und immer wieder hinterfrage ich mich selbst und suche nach Möglichkeiten meine Zufreidenheit zu steigern oder zu erhalten.

    Ich wünsch dir ganz viel Erholung in deiner "neuen Wohnung", auf dass die alten Angewohnheiten nicht mehr wiederkehren.

    Liebe Grüße
    Melanie (M.)

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    1. Danke Melanie für den tollen Kommentar!
      Ich muss zugeben, dass ich auch ein bisschen egoistischer geworden bin ^^ Aber im Vergleich zu vielen anderen Menschen ist es wahrscheinlich immer noch das Gegenteil von egoistisch ;)
      Aber mir ist bewusst geworden, dass wir - in unserer Situation - viel mehr an uns selber denken müssen!

      Alles Liebe :)

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