Mittwoch, 24. Oktober 2012

Dieses komische Gefühl in komischen Situationen...

Ich sitze mit meinen neuen Arbeitskollegen am Kaffeetisch. Es wird gequatscht, gelacht, die Stimmung ist gelassen. Die Luft ist schon ziemlich verbraucht. Es ist warm und stickig. Das Fenster wird geöffnet, um frische Luft in den Raum zu lassen. So kommt es, dass das Gesprächsthema auf Frieren und Schwitzen wechselt. Eine Kollegin erzählt, dass ihr heute schon den ganzen Tag kalt ist. Sie friert entweder total oder schwitzt. Dazwischen gibt es nichts. Schon den ganzen Tag lang hat sie kalte Füße. Aber jetzt im Kaffeeraum  ist es ihr viel zu warm! Und schwubbs, da kommt der Kommentar: Wechseljahre?!

Die Frage nach den Wechseljahren war natürlich lustig gemeint. Es haben alle gelacht. Sie ist 28 Jahre alt und natürlich noch nicht in den Wechseljahren! Alle haben über die Vorstellung mit 28 Jahren Wechseljahre zu haben gelacht. Und ich saß da und wusste nicht was ich sagen sollte. Komisches Gefühl irgendwie. Zu wissen, dass man eben genau das hat, worüber alle gerade lachen. Für Außenstehende ist es natürlich total unrealistisch, dass man in so jungem Alter Hitzewallungen haben könnte. Aber ich bin nun mal 24 Jahre alt und mitten in den "Wechseljahren". Ich bin froh, dass ich nicht selber in der Situation war und über mich gelacht wurde, sondern nur stille Beobachterin.

Trotzdem konnte ich nicht mit lachen. Auch wenn es früher sicherlich auch für mich irgendwie lustig gewesen wäre. Das Gefühl das ich in der Magengegend hatte war etwas seltsam. Ich wusste nicht wirklich wie ich mit dieser Situation umgehen sollte. Also saß ich da und habe geschwiegen.

Keiner trägt Schuld an diesem unangenehmen Moment. Ich glaube solche Momente werden noch öfter kommen, aber auch wieder gehen. Und wahrscheinlich lernt man mit jedem mal besser damit umzugehen!

Alles Liebe

Kommentare:

  1. Hallo Hanna.
    Genauso wie du bin ich auch jetz schon in den Wechseljahren. Bei mir hat es mit 23 begonnen(Hysterektomie).

    Ich kann mich total hinein versetzten in diese situation, ich war und bin auch des öfteren in solchen "gefangen"...
    Mitlerweile kann ich darüber lachen und auch Scherze machen, das wird mit der zeit noch kommen. Wobei ich glaube das jeder anders ist, ich z.B. habe einen sehr schwarzen Humor und mache selber über mich und meine Situationen Witze, wo andere Leute wiederum nicht wissen wie sie damit umgehen sollen... :D
    Also nicht verunsichern lassen, das wird sich geben ;)

    Liebe Grüße aus Berlin

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    1. :) Danke für den Kommentar!
      Ja, mittlerweile kann ich auch schon wieder drüber lachen ;)
      Aber an solche Situationen muss ich mich irgendwie erst gewöhnen!

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  2. Hallo!!
    Ich bin 33 und seit 1 Jahr in den Wechseljahren (Eierstockkrebs- Granullosazelltumor), mir ging es genauso wie Dir, aber mittlerweile kann ich auch darüber lachen, wenn solche Witze gemacht werden. Manche wissen es über mich, aber natürlich denken sie nicht ständig daran und DAS IST GUT SO. Ich brauche kein Mitleid, ich bin immer noch eine Frau, die "nur" keine Eierstöcke hat.
    Kopf hoch!!! So was lässt uns doch nicht unterkriegen!!!!!! Wir haben schon schlimmere Sachen durchgemacht, die uns stärker gemacht haben!!
    Liebe Grüße aus Bayerischem Wald

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    1. Danke :)
      Ja, das stimmt! Mitleid ist wirklich das letzte was ich will :) Deshalb spreche ich meine Krankheit auch so gut wie gar nie an. Ich will so normal wie jeder andere auch behandelt werden :)

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  3. Liebe Hanna,

    kam über die Facebookseite "Dies bisschen Leben" auf deinen Blog! :)
    So eine ähnliche Situation hatte ich auch. War bei Verwandten, und jemand meinte, dass es im Raum wärmer geworden ist, seit wir gekommen sind. Und ich sagte, dass das bestimmt an meinen Hitzewallungen liegen würde und bekam dann ein schadenfrohes "Aaaaahahahaha, ist es denn schon soweit?" zurück. Ich hab dann entgegnet, dass ich mir jeden Monat dafür eine fette Spritze holen muss. Das Lachen verstummte dann schnell, aber es war eben die Wahrheit und lachen konnte ich eben auch nicht darüber. Ich will ebenfalls kein Mitleid, aber ein bisschen Respekt und Interesse für sein Gegenüber. Spreche offen über meine Krankheit, denn erst dadurch wird sie für mich normal. Aber ich denke, da ist jeder Weg legitim und richtig und es gibt kein falsch.

    Sei lieb gegrüßt,
    Sunny

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    1. Liebe Sunny,
      Danke für deinen Kommentar! Ich stimme dir absolut zu, dass jeder seinen persönlichen Weg finden muss und es keinen falschen gibt :)
      Ich habe immer noch ein bisschen Probleme damit jedem in das Gesicht zu sagen, was Sache ist, weil ich bis jetzt fast jedes mal diese "Mitleids-Reaktion" bekommen habe und auf die kann ich gut verzichten. Andererseits gab es auch viele tolle Momente, in denen ich mich nach dem "Bekenntnis" zu meiner Erkrankung mit Leuten offen und locker darüber unterhalten habe, sie mir ganz legitime Fragen gestellt haben und ich aus dem Nähkästchen plaudern konnte...! Das gefällt mir schon ziemlich gut :)

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