Sonntag, 11. November 2012

11.11.2011, 11:30 Uhr– ein Jahr ist es her.

Heute vor einem Jahr, am 11.11.11, habe ich erfahren, mit welcher Diagnose ich nun mein weiteres Leben verbringen darf. Ich habe einen neuen Teil von mir kennen gelernt und dieses “Unbekannte” hat einen Namen bekommen – Ovarialkarzinom.

Den Termin für die histologische Besprechung habe ich am letzten Tag meines Krankenhausaufenthaltes nach der großen OP bekommen. Nach der Operation war noch unsicher, ob es der etwas weniger schlimme Borderlinetumor oder doch das aggressive Ovarialkarzinom ist. Deshalb war diese Nachbesprechung doch irgendwie von Bedeutung. Der 11.11.11 um 11:30 Uhr. Ich schaue die Sekretärin mit einem Grinsen an. “Zum Faschingsanfang, also?”. Mein Kopf sagt mir schon damals: So werde ich diesen Termin wenigsten nie vergessen! Andere Leute heiraten am 11.11.11, ich lerne meinen neuen Lebensbegleiter kennen.

Ich hatte mich schon in den 1 1/2 Wochen davor auf das Schlimmste vorbereitet. Die einen nennen das vielleicht Pessimismus, ich nenne es strategische Herangehensweise. Der Schock war weniger groß, weil ich mich schon intensiv mit der möglichen Situation auseinander gesetzt habe und falls es doch anders gekommen wäre, dann wäre die Freude umso stärker ausgefallen! Ich saß also um 11:30 Uhr im Wartezimmer. Trotz aller Vorbereitung fangen die Beine an zu schlaggern. Der Puls steigt. Die Hände werden schwitzig. Die Minuten der Wartezeit fühlen sich an wie Stunden. Ich beobachte die anderen Patientinnen. Auf was die wohl warten? Kennen sie ihren “Begleiter” schon?

Als ich endlich aufgerufen wurde, ging eigentlich alles recht schnell. Ich saß im Arztzimmer, mein Arzt betritt den Raum und seine Miene verrät mir schon die Diagnose. Er hatte es schon befürchtet meint er – ja, ich auch!

Trotzdem war dieser Tag auch irgendwie eine kleine Erleichterung. Ich wusste mit was ich es zu tun habe, konnte diesem Tumor einen Namen geben und mich intensiv damit auseinander setzten. Ich konnte lernen Ihn zu akzeptieren was er ist und mich mit dieser neuen Situation anfreunden.

Es hat sich viel verändert seit diesem Tag. Ich habe begonnen diesen Blog zu schreiben. Ich habe mich besser kennen gelernt und eine innere Ruhe wieder gefunden, die ich lange Zeit meines Lebens verloren hatte. Ich habe gelernt, was mir wichtig ist und wie ich mit mir und der Erkrankung eine Einheit bilden kann, sie akzeptieren und mit ihr in freundschaftlicher Umarmung leben kann!

 

Herzlichen Dank an alle die an mich heute gedacht haben!

Auf ein neues Jahr voller neuer Erlebnisse :)

Hanna klein

Kommentare:

  1. <>

    akzeptieren der Krankheit macht vieles leichter. Ich gratuliere dir zu deinem Geburtstag, wenn auch etwas spät;-))

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